Weiterbildung: Wozu letztlich?

von Elisabeth Michel-Alder

Konsens kann nicht perfekter sein: Alle, alle wollen in Zeiten raschen Wandels die Menschen laufend weiterbilden. Gewerkschaften engagieren sich für Nachholbildung; ein Industrieverband plant, vorhersehbare Rationalisierungsopfer auf verheissungsvollere Produktegruppen umzusteuern; die Personalchefin denkt an Trainings im Hinblick auf die neue Maschinengeneration, die im Frühling in den Hallen stehen wird und eine private Schule vermarktet an sechs Samstagen eher unspezifische Seminare für digitale Fitness. Alles okay, bitte einklinken!

Über solche eher kurzatmige Lernchancen hinaus, die zum Stopfen von Wissenslücken unerlässlich sind, setze ich mich vorzugsweise für Weiterbildung mit langem Atem ein. Was ist gemeint? Gewinn zusätzlicher, zukunftsträchtiger Kompetenz, Erweiterung des beruflichen Zuständigkeits- und Einsatzbereichs, die echte neue Wahlmöglichkeiten persönlich wie im Arbeitsleben erschliessen. Zur Kreation und Kombination neuer Tätigkeiten und Leistungen inspirieren. Und soviel Surplus vermitteln, dass sich für gewisse Zeit kurzatmige Lernsprints erübrigen.

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