Schlagzeilen für September 2020?

von Elisabeth Michel-Alder

Ist das jetzt die seit längerem beredete und medial immer wieder aufgekochte Epochenwende? Nach 9/11 und der Zitterpartie beim Zurechtbiegen der Finanzkrisenfolgen lief die Weltwirtschaft im Überhitzungsmodus. Lange könne das ja nicht so weitergehen, hiess es. Wer wollte, konnte vielenorts Warnfinger sehen.

Jetzt also verschlägt es uns den Atem. Und wenn wir den Bruch, die Krise, die Virenepisode hinter uns haben werden? Welche Themen bleiben - neben Manöverkritik und wirtschaftlicher Aufholjagd - auf der gesellschaftlich/politischen Traktandenliste? Klima, Mobilität, urbane Verdichtung, Lifestyle, Ungleichheit (auch vor Krankheit und Tod), Einsamkeit und die älterwerdende Bevölkerung mit Ruhestand und Rentensorgen bleiben uns mutmasslich erhalten oder werden verschärft.

Der ruhigere Rhythmus dieser Tage öffnet ja Spielräume fürs Vorausdenken. Nur wenige Pendenzen in der Agenda erledigen sich von selbst. Reculer pour mieux sauter.

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Kommentar von René Hauswirth |

Eine geniale Analyse. Gouverner, c'est prévoir. Wenn nur die Gouvernantes oder Gouverneurs es aucch täten! Aber für die Reputation ist vermutlichj das Tagesgeschäft wichtiger. "De Bunndesrat sött..."

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