Not good enough

von Elisabeth Michel-Alder

Im Lauf der Jahre schwindet die Angst, im Beruf zu versagen

In der Financial Times präsentiert die pfiffige Lucy Kellaway eine interessante Kurve. Sie bildet Angst im Job ab. Und spiegelt folglich Befürchtungen zu versagen, den Aufgaben nicht gewachsen zu sein, sich eine Blösse zu geben, einen Auftritt zu verpatzen usw. im Lauf des Berufslebens. Neu Einsteigende bibbern besonders heftig...doch Mitte 50 sinkt der Angstpegel ganz rapid.

Frau Kellaway meint, die Erlösung hänge zusammen mit Tausenden bestandener Bewährungsproben, gesunkenen Ambitionen, Versöhnung mit eigenen Schwächen, grösserer (finanzieller) Unabhängigkeit vom Arbeitgeber (bei Gutverdienenden), und mit der Einsicht, dass andere auch nur mit Wasser kochen. Jedenfalls begrüsst sie diese Angstfreiheit, die ja generell zu Glück und Zufriedenheit reiferer Jahrgänge beiträgt. Aber nicht uneingeschränkt. Angst ist auch lebensfreundlich. Die Befürchtung, den Trottel zu spielen, hilft uns, kein Trottel zu werden.

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