Mehr Lob und mehr Diskriminierung für Ältere

von Elisabeth Michel-Alder

Zwei unvereinbare gesellschaftliche Tendenzen

In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich die mediale Wahrnehmung: Es war plötzlich die Rede von den Potentialen reiferer Menschen (weniger von ihren Defiziten), von den erstrebenswerten Freiheiten der ü65 und man ermunterte die Leute, akiv und fit zu bleiben. Successful ageing wurde zum Leitbild. Nivea warb mit einer bildschönen weisshaarigen Dame für ihre Crèmes.

Das ist die eine Wahrheit. Es gibt daneben eine andere: Personen über 50 werden nach neuen europäischen Studien in Arbeitswelt und Öffentlichkeit an den Rand gedrängt und diskriminiert. Experten behaupten: in steigendem Mass. Nicht ernstgenommen, zum Schweigen aufgefordert, als Störfaktor bezeichnet, gemobbt... analog zu Rassismus sprechen die Sozialwissenschaften von ageism.

Wie lassen sich die beiden Entwicklungen erklären? Wie hängen sie zusammen?

 

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