Längere Reifephase, nicht zerdehntes Alter

von Elisabeth Michel-Alder

Alt gleich ü65 gleich grau gleich verletzlich gleich gesellschaftliche Belastung - etwa so präsentieren die Medien Menschen mit einem guten Erfahrungs-Rucksack. Doch im demografischen Wandel wachsen nicht Ruhestand und Alter Jahr für Jahr; sorgfältige Datenvergleiche zeigen, dass sich die gesunde mittlere Lebensphase ausdehnt. Heute 75Jährige sind mit Kopf, Herz, Hand und Füssen so zwääg wie 65Jährige vor 50 Jahren. Jüngere Generationen, speziell die berufseinsteigenden, müssen deshalb - zusammen mit den Unternehmen - ihre Lebensentwürfe und Erwerbsbiografien anders strukturieren als ihre Eltern. Diese einschneidende Veränderung wird trotz Corona allenthalben diskutiert und erprobt. Etwa ein Fünftel der 1960iger Jahrgänge riskiert derzeit berufliche Umstiege, Neuanfänge oder Wechsel in eigene Startups mit dem Ziel, eine Perspektive beruflichen Engagements für weitere zwanzig Jahre zu gewinnen.

Schon heute überweist ein Drittel der rentenberechtigten Ü64/65 regelmässig Beiträge an die AHV-Kasse, weil er seinen mittleren Lebensabschnitt erstreckt und in persönlich passendem Ausmass Erwerbsarbeit leistet. Alt werden Männer und Frauen heutzutage später, die letzte sieben Jahre beginnen für die meisten ungefähr mit 80.

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