Freie Wahl des Ausstiegsdatums

von Elisabeth Michel-Alder

Wieso dieses Gezerre um ein gesetzliches Rentenalter? Die Vielfalt der Lebensverhältnisse und persönlichen Verfassungen legt doch nahe, dass Erwerbstätige und Arbeitgeber den Zeitpunkt des Ausstiegs offen aushandeln.

Bleibt die Frage zu klären, an welchem Richtwert sich die Rentenhöhe berechnet. Hier ein Denkbeispiel: Nach 45 Beitragsjahren gibt's die Vollrente. Wer nach weniger oder mehr Lohnabzugsjahren Job und Aufträge an den buchstäblichen Nagel hängt, gewärtigt entsprechende Plus- und Minuskonsequenzen. Finanzielle Abfederung verschiedenster Handicaps, auch gendertypischer, ist beim Festlegen der Beträge sinnvoll, nötig und fair. (Weitere Detaillierung verkneife ich mir an dieser Stelle).

Steht die Dauer der Beitragszahlungen im Zentrum, kommt sozialer Ausgleich ins Spiel: Frauen und Männer mit kürzeren Ausbildungswegen, frühem Berufseinstieg und oft kleineren beruflichen Handlungsspielräumen können früher und ein bisschen komfortabler wählen.

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Kommentar von Nünlist Robert |

Ich bin vollkommen Ihrer Meinung. Ich habe beispielsweise erst mit ca. 45 Jahren begonnen voll zu arbeiten. Mit 50 habe ich nochmals eine dreijährige Ausbildung zum dipl. Berufsschullehrer für Wirtschaft und Gesellschaft gemacht. Momentan habe ich immer noch drei Kinder in Ausbildung (PH etc.). Daher würde ich gerne noch länger arbeiten. Ich finde, ich bin immer noch produktiv und habe einiges an Erfahrungen. Wenn ich an der Berufsschule, wo ich jetzt arbeite, ich bin 63 Jahre alt, in zwei Jahren aufhören muss, werde ich mich selbständig machen um Jugendliche zu begleiten.
Daher bin ich auch gegen ein Pensionierungsalter mit 65 Jahren. Diese Gesetze beim Kanton sollten möglichst rasch geändert werden, damit eine Weiterbeschäftigung mit gegebenem Status, sofern die Leistungen gut sind, möglich bleibt. 30.5.2019 Robert Nünlist

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