Die Kosten negativer Vorurteile

von Elisabeth Michel-Alder

Männer und Frauen über 55 gelten in unseren Breitengraden als konservativ, langsam, schwerfällige Lernende, ängstlich und hölzern im Umgang mit IT. Dieses Alters-Stereotyp lässt sich jederzeit und überall abholen - auch bei den Betroffenen selbst. Bohrt man tiefer, fallen jedem ein paar Ausnahmen ein, doch die ändern nichts am Etikett auf dem Rücken der Grufties.

Welche Folgen haben solche negativen Vorurteile? Die Weltgesundheitsorganisation WHO versucht, die Schäden in den westlichen Industrieländern zu beziffern und schreibt von Dollarmilliarden. Zum einen geht es um den Verlust an wirtschaftlicher Produktivität, wenn Ältere der Arbeitswelt entmutigt den Rücken kehren; wiederholte Kränkungen durch stereotype Abwertungen und Kleinmacherei machen krank und das kostet. Besonders folgenreich ist die Übernahme der Clichés durch die Betroffenen selbst. Durch Erwartungen gesteuert, stellen sich Ältere am Computer unnötig ungeschickt an; sie überhöhen die Anforderungen. Um Blamage zu vermeiden, lassen sie sich Ausreden einfallen. Sie trauen sich laufend weniger zu und funktionieren dadurch deutlich unter ihrem möglichen Niveau.

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