Unternehmergeist bewegt Babyboomer stärker als Millenials

von Elisabeth Michel-Alder

Medien, Politik, Beratungsunternehmen und Hochschulen preisen junge Unternehmer*innen und loben ihre tollen Businessideen. Sie tun gut daran, Wettbewerbe auszuschreiben und Sieger ins Rampenlicht zu rücken. Denn der Rückstand der Jüngeren gegenüber Reiferen in der zweiten Hälfte ihrer Berufslaufbahn ist eklatant. Der Mythos, dass vor allem die Jugend innovativ, risikofreudig und von unternehmerischem Geist beseelt sei, entpuppt sich beim Faktencheck als Phantasma und Altersstereotyp.

Der amerikanische Kauffman Index of Startup Activity zeigt, dass unter Männern und Frauen zwischen 20 und 34 Jahren 0.22 Prozent (221 von 100 000) in einem bestimmten Monat ein Unternehmen gegründet haben. Bedeutet Rückschritt: Vor 20 Jahren, Ende des letzten Jahrhunderts, waren es noch 0.28%. Die Gruppe im Alter zwischen 55 und 64 Jahren kam dagegen auf 0.37 % Neugründungen.

Woher nur rührt der Vorsprung der höheren Jahrgänge? Sie sind gut vernetzt, kreditwürdig, oft persönlich stabil, führen Erfahrungen im Rucksack, sind schon ein paar Mal auf die Nase gefallen und wieder aufgestanden, manche wollen nicht beim alten Eisen landen und etliche brauchen Zustupf zu ihrer mageren Rente.

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