Unfaire Einschätzung weiblicher Profis

von Elisabeth Michel-Alder

Wird das Leistungsprinzip in Unternehmen besonders betont, klingeln Fachleuten die Ohren. Und weibliche Mitarbeitende oder Mangerinnen ü45 beissen mit guten Gründen auf die Zähne. Während auf der Teppichetage Freude herrscht.

Wer Laufbahnmuster genauer unter die Lupe nimmt, erkennt natürlich, dass es ohne Leistung zwar keinen hierarchischen Aufstieg gibt. Dass aber ein Bündel von Faktoren darüber entscheidet, ob und wie Leistung wahrgenommen und gewertet wurde oder wird. Sportliche weisse Männer sind deutlich im Vorteil. Und reifere Frauen sollen ihren mässigen beruflichen Erfolg bitte sehr auf ihre geringere persönliche Kompetenz und Effektivität zurückführen, nicht auf unfaire Systemregeln.

All dies und noch viel mehr ist in der neuen Studie eines amerikanischen Paares zu lesen, das auf korrigierbare Diskriminierungen nicht mehr ganz junger Berufsfrauen fokussiert.

Andrea S. Kramer; Alton B. Harris. It's Not You, it's the Workplace. Nicolas Brealey, 2019

Wo bleiben vergleichbare Studien für die Schweiz?

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