Geldsorgen, Zigi und Übergewicht

von Elisabeth Michel-Alder

Wo liegt eigentlich der historische Wendepunkt fürs längere Leben? Public Health-Expert*innen behaupten: Zu Beginn der 70iger Jahre, als die Antiraucherkampagnen Wirkung zeigten und die Zahl der Herzschlag- und Infarkttoten rapid sank. In Ländern wie England und den USA stagniert inzwischen die durchschnittliche Lebenserwartung, es gibt kaum mehr Fortschritte. Warum? Hauptgründe sind Fehlernährung und Übergewicht.

Am Londoner King's College haben Forschende zwei Gruppen eifriger Langstrecken-Radfahrer beobachtet. Die eine umfasste Personen im Alter zwischen 55 und 79, die andere zwischen 22 und 29. Erstaunlicherweise entdeckten sie punkto Immunsystem, Muskelmasse und Kraft keinen Unterschied; nur Fotos, nicht physiologische Daten gaben ihnen Auskunft über das Lebensalter der beobachteten Personen. Sportliche Aktivität erweist sich als der zentrale Faktor für gutes Altwerden.

Dass es mehr um Verhältnisse als um Verhalten geht und das bequeme Schlagwort von der Selbstverantwortung nicht zum Ziel führt, belegen die krassen Wohlstandsunterschiede: Die Lücke punkto Lebenserwartung liegt zwischen den reichsten und den ärmsten US Amerikanern bei 15 Jahren (Raj Chetty, Stanford University). Während das ärmste Drittel der Briten ab 70 unter altersbedingten Einschränkungen leidet, erfährt das reichste Drittel Vergleichbares mit 80 Jahren (James Nazroo, University of Manchester).

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